Selbstbewusster Manager - frei von allen Selbstzweifeln

Bescheidenheit in der Führung

„Führung ist kein Privileg. Führung ist eine Dienstleistung.“ so sagte vor einiger Zeit ein sehr erfolgreicher Unternehmer. Das klingt nach Demut und Bescheidenheit. Aber passen Bescheidenheit und Führung wirklich zusammen?

Die traditionelle Beförderungspolitik lässt die Bescheidenen durch das Raster fallen. Bescheidenheit und Führung passen nicht zusammen. Wir erwarten durchsetzungsstarke Menschen. Arbeit an der eigenen Karriere, an Macht und Einfluss. Es geht um den Leader. Nach oben kommen – oben sein.

Schauen wir uns die Corona-Krise an: Ein einziges Machtspiel auf höchster Ebene. Fakten zählen schon lange nicht mehr, vielleicht haben sie noch nie gezählt. Nun ist aber Politik nicht mein Thema.

Die Arbeitswelt 4.0 (auch VUCA-Welt genannt) ist komplex und unvorhersehbar. In ihr zu bestehen und erfolgreich zu sein, schafft einer alleine nicht. Wir müssen uns vernetzen und Wir-Kompetenz aufbauen.

VUCA braucht auch Klarheit, Ambition und Mut.

Die VUCA-Welt braucht:

  • Mut, Nichtwissen zuzugeben.
  • Mut, keine schnelle Entscheidung zu treffen.
  • Mut, Fehler sich selbst zuzuschreiben.
  • Mut, Mitarbeiter nicht hinter sich, sondern hinter ein gemeinsames Anliegen zu bringen.
  • Mut, den Mitarbeiter ins Zentrum zu rücken.
  • Mut, sich mit Mitarbeitern zu umgeben, die besser sind, als wir selbst.
  • Mut, sich selbst weiterzuentwickeln.
  • Mut, die eigene Maske abzunehmen.

Führt Bescheidenheit Führung nicht ad absurdum?

Führung muss kompetent sein und schnelle Entscheidungen treffen. Führung muss charismatisch sein und Mitarbeiter in ihren Bann ziehen. Führung muss im Fokus der Mitarbeiter stehen und immer einen Tick besser sein. Und Führung darf keine eigenen Fehler zugeben, sonst untergräbt sie die eigene Reputation. – Das würden viele Führungskräfte unterschreiben, natürlich nicht öffentlich. Öffentlich gibt man sich bescheiden, ist es aber nicht wirklich.

„A modest man is usually admired – if people ever hear of him.“ (Journalist Edgar Watson Howe)

Führung braucht Bescheidenheit und Unbescheidenheit.

Greta Thunberg ist ein Beispiel für Führung in der Zukunft. Sie hatte keinen formalen Führungsauftrag. Niemand hat ihr Prokura oder einen schön klingenden Titel verliehen. Es gab auch keinen Karrierepfad für sie. Sie ist aufgestanden, hatte eine Idee und brachte diese Idee in die Welt. Sie zog immer mehr Menschen in ihren Bann. Natürlich gab und gibt es auch Gegner. Doch plötzlich bewegen sich Politik und Wirtschaft, sie überbieten sich gegenseitig in ihren Einsparungen und zeigen sich, wie grün und umweltschonend sie sind und sein werden. Greta ging es um die Sache, Politikern und Wirtschaftslenkern geht es um ihre Person. Hier liegt der Unterschied.

Führungskräfte dürfen niemals bescheiden sein in ihren Zielen, Ambitionen und Erfolgen. In meinem Sinne sind „Kluge Köpfe, die Limits sprengen.“ alles andere als bescheiden in ihren Zielen und Ihrem Vorgehen. Und hier liegt oft das Missverständnis: Führung soll zwar integrativer sein, Mitarbeiter als gleichwertig sehen, Emotionen wahrnehmen und ein Wohlfühl-Klima schaffen. Dem Mitarbeiter dienen. Die Gefahr besteht jedoch,  damit gleich auch den Leistungsanspruch zu senken. Den Mitarbeiter bloß nicht überlasten. Notfalls die Arbeit selbst tun.

Frauen in Führungspositionen Dann wird den Männern auch noch erzählt, dass Frauen die Führungskräfte der Zukunft sind. Viele Führungskräfte leiten daraus ab, dass sie weicher sein müssen, vor allem auch in den Erwartungen an die Mitarbeiter. Ein fataler Fehler!

Ziele und Ambitionen brauchen Unbescheidenheit

Ziele und Ambitionen brauchen Mut, keine Bescheidenheit. Die VUCA-Welt ist der ideale Ort, attraktive große Ziele zu realisieren. Doch das braucht, bei aller Bescheidenheit der Führungskraft, Mut zur Unbescheidenheit in den Ansprüchen. Menschen folgen Ideen und nicht einem Ego.

Wir brauchen Mut, um

  • Bestehendes laufend in Frage zu stellen.
  • Unsicherheit auszuhalten.
  • Risiken einzugehen,
  • Innovationen anzugehen, ohne Netz und doppelten Boden.
  • Zusammenarbeit neu zu organisieren.
  • den kurzfristigen dem langfristigen Erfolg unterzuordnen.
  • eine klare Vision des eigenen Verantwortungsbereiches zu formulieren.
  • Nein zu sagen.
  • das eigene Team zu fokussieren.
  • den eigenen Verantwortungsbereich komplett infrage zu stellen.

Bescheidenheit und Empathie gepaart mit Unbescheidenheit was Innovation und Transformation im Unternehmen angeht. (Kai Dierke/Anke Houben)

Marcus Hein - Trainer, Coach, Speaker und Autor für Führungskräfte Kluge Köpfe, die Limits sprengen.

Führung in der Arbeitswelt 4.0 braucht kluge Köpfe, die Menschen verstehen, integrieren und für ein gemeinsames Ziel begeistern. Das geht nicht mit Druck und Machtanspruch. Alle Studien und Best Practices der letzten Jahre zeigen, dass einerseits Bescheidenheit eine Grundvoraussetzung konstruktiver Zusammenarbeit ist, gleichzeitig aber Unbescheidenheit in den Zielen und im Engagement notwendig sind. Das hat wenig mit Persönlichkeit, sondern viel mehr mit einer bestimmten Haltung und mit ganz konkretem Handeln zu tun. Wir haben das in unserem Modell Neurologischer Führung abgebildet.

Unser Anspruch ist, dass Führung gelingt, nicht weil Sie der Chef sind, sondern weil Mitarbeiter von Ihren Ideen und Zielen fasziniert sind. Das geht in Ihrem Verantwortungsbereich nicht? Dann sollten wir uns kennenlernen.

Leadership Training

Mitarbeiter inspirieren – New Work gestalten

Neurologische Führung New Work ist in aller Munde und schafft bei Führungskräften und Mitarbeiter bisweilen Irritation. Jedem ist klar, weiterzumachen wie bisher, ist keine Option. Doch wie wird New Work, was ist das und welche Anforderungen stellt es an Mitarbeiter und Führung.

Neurologische Führung ist der Werkzeugkasten für New Work. Hier sind Erkenntnisse und praktische Umsetzung vereint, damit New Work gelingt. Mit diesem Training stellen Sie die Weichen, damit Führung auch unter neuen Bedingungen gut gelingen kann.

Informationen und Termine …

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