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Hierarchie und die Welt von New Work


Am Montag telefonierte ich mit einer guten Freundin, die meine Themen gut kennt. Und sie stellte mir die Frage: „Was ist eigentlich mit den macht-motivierten Führungskräften in Organisationen, in denen es bei New Work keine Hierarchie mehr gibt?“

In den Big Three der Psychologie kennen wir macht-, leistungs- und anschlussmotiviert. Ich bin überzeugt, dass Führungskräfte stärker macht-motiviert denken und handeln. Würden in New Work Hierarchien mehr und mehr wegfallen, gäbe es keine Positionen mehr für macht-motivierte Mitarbeiter. Stimmt das? Und wenn ja, was tun die dann? Machen die sich dann alle selbstständig?


Meine Antwort auf diese Frage war mehrstufig.

Ohne Hierarchie geht es nicht

In der Arbeitswelt 4.0 wird es weniger Hierarchie im klassischen Sinne geben. Ganz ohne Hierarchie wird es aber nicht gehen. Es braucht auch weiterhin Menschen, die Vision und Ziele festlegen, Ressourcen managen sowie Mitarbeiter auswählen. Sie, als Führungskraft, werden also weiterhin gebraucht.

Hierarchie bildet sich von alleine

In Teams ohne formelle Führung erkennt man sehr schnell informelle Führungskräfte, die die Führung übernehmen. Sie versuchen zu gestalten, zu moderieren und vielleicht Strukturen zu schaffen. Und es wird andere geben, die diesen Führungsanspruch nicht haben und sich dieser informellen Hierarchie unterordnen. Beides entsteht von alleine.

Informelle Hierarchie ist akzeptiert und fragil

In einem hierarchielosen Team wird in der Regel sehr schnell jemand die Führung übernehmen. Denn Menschen lieben und wollen Führung. Diese Hierarchie ist nicht von außen vorgegebene, sondern eine, die sich von innen heraus bildet. Deswegen ist sie in der Regel akzeptierter.

Informelle Führung in hierarchielosen Teams ist jedoch fragiler. Es gibt kein fixes Organigramm, dass Macht und Zuständigkeit aufrecht erhält. Möglicherweise geben informelle Führer die Führung an durchsetzungsstärkere Führungskräfte ab oder werden gar verdrängt, weil die informellen Mitarbeiter jetzt eine überzeugenderen Idee folgen.

Was tun Führungskräfte in der Hierarchie-Armut

Macht-motivierte Menschen werden auch zukünftig Führungspositionen besetzen. Ihnen wird das aber weniger durch formale Ernennung, sondern durch Überzeugung gelingen. Das Macht-Motiv bleibt erhalten, das Instrumentarium ändert sich, um Menschen zu bewegen. Das ist die Idee meines Modells Neurologischer Führung. Was braucht es dazu?

  1. Verantwortung übernehmen. – Wir brauchen Führungskräfte, die auch ohne Führungsposition und Kästchen im Organigramm Aufgaben übernehmen und (mit ihren Mitarbeitern) wertvolle Beiträge zum Ganzen leisten bzw. organisieren. Hierzu erinnere ich an meinen Blog-Beitrag über New Work in großen Konzernen.
  2. Sichtbar sein. – Führungskräfte (im übrigen auch Experten) müssen lernen, sichtbar, wahrnehmbar zu sein. Marketing und Begeisterung für die eigenen Ideen und Beiträge wird erfolgsentscheidend.
  3. Mitarbeiter gewinnen und begeistern. – Vielleicht ist die Metapher des Rattenfängers von Hameln nicht unkritisch. Aber wir brauchen Menschenfänger, die in der Lage sind, andere für ihre eigenen Ideen zu begeistern und sie magisch anzuziehen.

Wenn Mitarbeiter zu Fans werden, erledigen sich viele Probleme von alleine. Aber sie werden nicht zu Fans, weil man ihnen sagt, dass sie das sein müssen.

Marcus Hein

Marcus Hein

Der Autor dieses Beitrags ist Experte für Neurologische Führung sowie Trainer und Coach für New Leadership. Er hat über 30 Jahre Führungserfahrung und begleitet Unternehmen und Führungskräfte, gehirngerecht zu führen und überdurchschnittliche Erfolge zu generieren

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Neurologische FührungNew Work ist in aller Munde und schafft bei Führungskräften und Mitarbeiter bisweilen Irritation. Jedem ist klar, weiterzumachen wie bisher, ist keine Option. Doch wie wird New Work, was ist das und welche Anforderungen stellt es an Mitarbeiter und Führung.

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