Home Office - Weiter Raum für wechselseitige Spekulationen

Spekulationen machen sich breit: Beate arbeitet seit März 2020 im Home Office. Ihre Situation spannt sich zu Hause mehr und mehr an. Der erste Lockdown verbannt Ihren Ehemann nach Hause. Und die Kinder gehen nicht zu Schule. Alle schalten auf Notfallprogramm. Bald wird Home Office normal. Die anfänglich täglichen Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen, sowie zum Chef, werden weniger. Jetzt setzten Spekulationen ein.

Was denkt der Mitarbeiter?

Mitarbeiter machen sich Gedanken, was der Chef über sie denkt. Diese Gedanken sind sehr vielfältig:

  • Mein Chef weiß überhaupt nicht, was ich hier leiste.
  • Meinem Chef ist nicht klar, unter welchen Bedingungen ich hier arbeite?
  • Mein Chef rief heute noch nicht an. Interessiert der sich noch für mich?
  • Kann mein Chef überhaupt meine Leistungen beurteilen?
  • Die Calls mit Klaus sind fachlich. Mein persönliches Befinden interessiert ihn nicht. Ich bin nur eine Nummer.
  • Wahrscheinlich telefoniert er den ganzen Tag mit Karin. Wenn die nicht mal etwas miteinander haben.

Spekulationen - Mitarbeiter im Home Office - Führen an der langen Leine Spekulationen: Was denkt der Chef?

Auch Chefs machen sich Gedanken. Sie spekulieren und ziehen weitreichende Konsequenzen:

  • Beate leistet nichts, wenn sie in ihrer Etagenwohnung auch noch den Ehemann und die Kinder versorgt.
  • Beate nimmt das Telefonat nicht an. Sie ist bestimmt einkaufen gegangen.
  • Beate gebe ich diese Aufgabe nicht. Die ist sowieso überlastet.
  • MS Teams sagt mir seit  zwei Stunden, dass Beate „Beschäftigt“ ist. Sie kümmert sich wieder um ihre Elterninitiative.
  • Wahrscheinlich denkt Beate jetzt, dass ich Ralf vorziehe.
  • Beate ist unzuverlässig. Sie beantwortete meine eMail von vor einer halben Stunde immer noch nicht.

Spekulationen

Wir denken den ganzen lieben langen Tag darüber nach, was der andere über uns denkt. Während dessen denkt der andere den ganzen lieben langen Tag darüber nach, was wir über ihn denken. (Verfasser unbekannt)

Es ist ein genetisch-neuronales Programm, dass wir auf Gefahren achten. Das ließ uns uns überleben. Heute hilft das Programm kaum noch. Das Gehirn veränderte sich in den letzten zigtausend Jahren nicht. Dieses grundlegende Programm wirkt heute noch genauso.

Dieses Programm sorgt dafür, dass wir das Verhalten des anderen interpretieren. Dabei stolpern wir regelmäßig über unsere Wahrnehmungsfilter, wie Glaubenssätze und Überzeugungen, Generalisierungen, Erwartungen oder Werte. Weil wir den anderen im Home Office nicht sehen, spekulieren wir. Und weil wir das nicht sofort überprüfen, verfestigen sich die Spekulationen, bis sie möglicherweise zu manifesten Überzeugungen werden. Das erzeugt entsprechendes Verhalten. Wir sind in einer Spekulations-Verhaltens-Realitäts-Spirale.

Diese Spirale erzeugt starke psychische Belastungen. Und damit geht jeder anders um. Der eine ignoriert das, der andere grübelt, zieht sich zurück oder wird aggressiv. Egal, wie die Reaktion ist, sie ist unproduktiv.

Mitarbeiterkommunikation - Raum für Spekulationen Was können Sie gegen Spekulationen tun?

Sie griffen zum äußersten und redeten miteinander. (Verfasser unbekannt)

Spekulationen belasten und machen auf Dauer krank. Jeder reagiert anders. Führen Sie regelmäßig Gespräche mit jedem einzelnen Mitarbeiter über die persönliche Situation und wie es ihm damit geht. Sprechen Sie über die Zusammenarbeit mit Ihnen und mit den anderen im Team. Hören Sie genau hin und geben Sie keine Ratschläge! Überlegen Sie gemeinsam, was hilft. Mitarbeiter haben meist gute Ideen.

Sprechen Sie über konkrete Situationen (Telefonat nicht annehmen) und spekulieren Sie nicht. Ich habe mit meiner Ehefrau die Vereinbarung, dass wir über die Dinge reden, die uns beim anderen nerven. Wir tun das mit dem ernsten Vorsatz, den anderen zu verstehen. Seien Sie bemüht, Ihren Mitarbeiter zu verstehen. Er sieht viele Dinge anders, als Sie. Es ist seine Wahrheit – aus seiner Sicht richtig. Finden Sie mit seiner Brille gute Lösungen.

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